Regionalentwicklung und Energiewende
Senkung energiebedingter Emissionen
WERKSTATTBEREICH
Der Werkstattbereich entwickelt regional Strategien, wie die Geschwindigkeit der Treibhausgasminderung so erhöht wird, dass die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens erreicht werden. Dabei wird der oft konfliktbeladene Übergang von Braunkohlefördergebieten hin zu einer Energieversorgung mit reduzierten Emissionen adressiert. Im Vordergrund steht die attraktive Gestaltung von Optionen zur Senkung der Treibhausgasemissionen.
Um dieses Ziel zu erreichen, wird gefragt, welche technologischen Möglichkeiten zur Emissionsminderung bestehen, mit welchen Kosten diese verbunden sind und welche davon absehbar auf eine Akzeptanz in der Bevölkerung stoßen. Der Ansatz stützt sich auf ein Modell der Universität Leipzig, das beschreibt, wie verschiedene Akteure auf Klimaschutzmaßnahmen reagieren und neue Energietechnologien übernehmen. Grundlage der Modellanpassung sind Umfragen und Gespräche mit Energieversorgern und -nachfragern vor Ort. Aus Fokusgruppengesprächen und Umfragen zur Akzeptanz der Maßnahmen sollen Handlungsempfehlungen abgeleitet werden, die mit den lokalen Energieversorgern diskutiert und in ein Weiterbildungsprogramm überführt werden.
Dabei umfasst das Verbundvorhaben insgesamt vier Aktionsfelder:
Der Teilbereich 1 “Partizipative Wissensentwicklung” fokussiert auf techno-ökonomische Aspekte. Die Sicherung der Energieversorgung bei gleichzeitigem Erreichen der Klimaziele stellt Kommunen, Landkreise und Energieversorger vor große Herausforderungen. In Workshops werden lokale Daten erhoben und die Kosteneffizienz von Klimaschutzmaßnahmen geprüft, was als Grundlage für spätere Analysen dient. Teilbereich 2 berücksichtigt mit sozio-techno-ökonomischen Analysen und Stakeholder-Dialogen die Heterogenität vor Ort und die unterschiedliche Akzeptanz in Bezug auf einzelne Technologien. Teilbereich 3 entwickelt mit der Softwareplattform IRPSim, einem Tool zur Analyse der Dekarbonisierung der Energieversorgung, Szenarien und Handlungsempfehlungen für die Transformation in der Region. Bewertet werden Technologien, Geschäftsmodelle und regulatorische Änderungen hinsichtlich Effizienz, Flexibilität und Akzeptanz. Teilbereich 4 widmet sich Service Learning und wissenschaftliche Dienstleistungen für Beratung und Weiterbildung. Angeboten werden ein transdisziplinäres Service Learning-Seminar, ein Beratungsservice zum strategischen kommunalen Energiemanagement im Kontext der Dekarbonisierung, sowie ein Weiterbildungsprogramm zur „Dekarbonisierung der kommunalen Energieversorgung“.
Das ergänzende Teilvorhaben “Agentenbasierte Modellierung energiebezogener Investitionsentscheidungen” des Instituts für Angewandte Informatik (InfAI) modelliert mithilfe agentenbasierter Ansätze die Investitionsentscheidungen von Privathaushalten und Wohnungsbaugesellschaften. Da viele Klimaschutzmaßnahmen auf privaten Grundstücken stattfinden, betreffen sie eine heterogene Gruppe von Eigentümer:innen mit unterschiedlichen finanziellen Möglichkeiten und Lebensstilen.
Im Werkstattbereich “Regionalentwicklung und Energiewende” arbeitet das Institut für Infrastruktur und Ressourcenmanagement (IIRM) an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig mit dem Institut für Angewandte Informatik e.V. (InfAI) und der InfraRes GmbH zusammen.
Die Projektleitung liegt bei Prof. Dr. Thomas Bruckner. Ansprechpartner ist Projektkoordinator Philipp Lerch.